Kein Geld für Suizidgefährdete
Keine Förderung des Therapie-Zentrums für Suizidgefährdete (TZS)
als Folge der Finanzkrise?
Hamburg den 14. November 2008
In einem offenen Brief fordert der „Förderkreis des Hamburger Therapie-Zentrums für Suizidgefährdete am Universitätsklinikum
Hamburg Eppendorf“ (FORlife e.V.) dieAbgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft erneut auf, sich in den kommenden Haushaltsberatungen für den Erhalt des TZS einzusetzen.
Nach Protesten vor einem Jahr wurde von den zuständigen Fachbehörden signalisiert, auch ab 2009 das TZS über den Haushalt mit 240.000€/Jahr zu fördern. Zu unserer Bestürzung ist jedoch eine
Förderung in dem aktuell vorliegenden Haushaltsplanentwurf nicht vorgesehen. Dem Vernehmen nach wurde die Förderung des TZS wegen anderer Belastungen des Hauhalts, u.a. der Stützung der HSH-Nordbank, nicht ausgewiesen.
Wenn die ursprünglich avisierte Förderung entfällt, bedeutet dies nach 18 Jahren das Ende des niedrigschwelligen ambulanten psychotherapeutischen Behandlungsangebots für suizidgefährdete Hochrisikopatienten. Ebenso entfallen die Beiträge des TZS in Forschung, Fort-und Weiterbildung, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit.
Die EU und die WHO haben die Bedeutung der Suizidprävention erkannt und zu einem TOP-Thema gemacht. Hamburg war bislang im Vergleich der Bundesländer vorbildlich auf diesem Gebiet.„Gerade zu Zeiten einer sich entwickelnden ökonomischen Krise mit den Folgen einer existenziellen und psychischen Verunsicherung vieler Menschen darf dieses Angebot auf keinem Fall eingestellt werden“ sagt der Erste Vorsitzende von FORlife e.v., Rechtsanwalt Albrecht Lüders.
FORlife wird sich deshalb vehement für eine einrichtungssichernde öffentliche Förderung des TZS einsetzen und fordert die Hamburger
Bürgerinnen und Bürger auf, dieses Anliegen zu unterstützen.
RA Albrecht Lüders
1. Vorsitzender
Weitere Informationen und Rückfragen
unter 0160 780 68 54
Helfen sie uns. Senden sie unseren Musterbrief an den Bürgermeister.
Einen Vordruck als PDF finden sie hier.
(Wir würden uns freuen, wenn Sie eine Kopie des Schreibens an FORlife e.V., c/o UKE/Psych/TZS, Martinistrasse 52, 20246 Hamburg senden oder unter (040) 42803 4949 faxen können
Den offenen Brief von FORlife an die Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft als PDF finden sie hier.
(Presseinformation)
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Über 11.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland durch einen Suizid, mehr als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und Drogen zusammen. Außerdem werden über 100.000 Menschen nach einem Suizidversuch in ein Krankenhaus eingeliefert. Bei den Bundesbürgern unter 40 Jahren ist der Suizid die zweithäufigste Todesursache.Fast jeder von uns kennt einen Menschen, der sich das Leben genommen hat oder es versuchte. Trotzdem werden Suizid und Suizidgefährdung noch immer öffentlich totgeschwiegen. Die Tabuisierung spiegelt sich auch in der Prävention und Behandlung von Suizidgefährdeten wieder. Trotz der Häufigkeit der Suizidalität und der Höhe ihrer mittelbaren und unmittelbaren volkswirtschaftlichen Folgekosten gibt es bis heute kaum geeignete Behandlungsmöglichkeiten für suizidgefährdete Menschen. Die gesellschaftliche Tabuisierung und der Mangel an speziellen Therapieeinrichtungen erschweren es suizidgefährdeten Menschen, Hilfe und Behandlung nicht nur zu suchen, sondern auch zu finden. Suizidalität kann psychotherapeutisch behandelt werden. Psychotherapeutische Einrichtungen für die Behandlung von Suizidgefährdeten sind aufwendig, sie benötigen besondere Konzepte und qualifiziertes Personal. Vor allen Dingen braucht die Behandlung Suizidgefährdeter eines: viel Zeit. Und dafür brauchen wir Ihre Unterstützung!
Albrecht Lüders
Vorsitzender Förderkreis TZS e.V.

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